SV Johannstadt 90 - 1.FC Lok Leipzig 2. 3:4 (1:3)

22-04-2007

Erste Heimniederlage der Saison

Vor prächtiger Kulisse, es waren wohl an die 120 Zuschauer, stieg am Sonntag das Spitzenspiel Tabellenzweiter Johannstadt gegen den Tabellenersten aus Leipzig und avancierte dabei zu einem echten Nervenkrimi. Die Konstellation war klar. Johannstadt musste gewinnen, um noch aus eigener Kraft Landesmeister zu werden.

Der Gastgeber begann auch sehr druckvoll, bereits nach fünf Minuten hatte Anica Lindner die Möglichkeit zur Führung. Aber irgendwie sollte es symptomatisch für den weiteren Verlauf des Spieles werden. Aus 8 Metern Entfernung und noch freistehend schob sie den Ball unglücklich am Tor vorbei. Besser machte es da Sandra Schneider in der 8. Minute. Nach dem sich Anica Lindner auf Links durchsetzen konnte, passte sie quer auf ihre Sturmpartnerin. Die Direktabnahme ging zwar erst in die Arme der Torfrau, die jedoch lies den Ball klatschen und Sandra Schneider hatte keine Mühe, den Ball ins leere Tor zu schieben.In den nächsten fünfundzwanzig Minuten geriet die Mannschaft aber völlig aus dem Rythmus. Zum einen zog man sich zu weit zurück, wofür sie in der 18. Minute auch mit dem Ausgleich bestraft wurde, zum anderen sorgte der total überforderte Schiedsrichter für mächtig viele Aufreger.

In der 31. Minute pfiff er den ersten Elfer für Leipzig - wofür wussten beide Teams nicht - in der 33. Minute den zweiten Elfer - den man dann auch geben kann - und so stand es Dank der Fehlentscheidung innerhalb von zwei Minuten 1:3. Für jedes andere Team bedeutet so ein Doppelschlag den eigentlichen Knockout. 3 Tore in den verbleibenden 55 Minuten waren eigentlich unmöglich, aber die Mannschaft, angetrieben von den Zuschauern, kämpfte bis zur Pause um den Anschlusstreffer. Die Chancen waren ja auch da, aber wie so oft auch schon in der Saison wurden sie kläglich vergeben. Es ist die 40. Minute und der nächste peinliche Auftritt des Schiedsrichtegespanns. Nach einem Zweikampf von Anne Waldhauer mit ihrer Gegenspielerin beging die Leipzigerin an der Seitenlinie eine klare Tätlichkeit. Gut dachte man, dass das der Linienrichter sah und es seinem Kollegen anzeigte. Doch anstatt der Regel nach die Rote Karte zu zeigen gab der nur Gelb. Was für eine Aussagekraft über die Qualität der Schiedsrichter in dieser Saison. Hier gibt es seitens der Verantwortlichen einen großen Nachholebedarf. Nichts gegen heranführen von Nachwuchskräften, aber bitte auch diese müssten die einfachsten Regeln kennen.

Aber wollen wir lieber weiter vom sehr attraktiven und schnellen Spiel beider Teams reden. Nach der Pause dann eine Umstellung des Systems. Marschrichtung war klar - immer Richtung Leipziger Tor. Die Mannschaft kam sehr gut mit dieser Umstellung auf dreier Abwehrkette klar. Ein Angriff nach dem anderen rollte, so auch in der 57. Minute. Anica Lindner legte am Strafraum zurück auf Antje Scholz, die aus gut 20 Metern den Ball im Gehäuse unterbrachte. Hoffnung keimte wieder auf, denn Leipzig setzte logischer Weise nur noch auf Konter. Aber das Mango der Chancenverwertung blieb auch in der Folgezeit. Ob Doreen Gloge, Sandra Schneider, Antje Scholz... als Betrachter des Spiels hätte man am liebsten das Tor hin und her schieben wollen. Aber so half eben der Schiedsrichter unserer Mannschaft auch einmal mit einem kuriosen Pfiff. Erst nach dem Spiel kam Licht in das Dunkel - Claudia Taubert wurde im Strafraum gehalten. Den Elfer versenkte in der 80. Minute Doreen Gloge. 3:3 und noch zehn Minuten für ein Tor. Aber nur eine Minute später gelang Leipzig die erneute Führung. Und wer nun dachte, dass Johannstadt aufgab sah sich getäuscht. Bis zum Abpfiff kämpfte die Mannschaft und erntete am Schluss den verdienten Applaus der Zuschauer.

Auch wenn Leipzig mittlerweile 5 Punkte Vorsprung hat - am Ende wird abgerechnet und in den letzten drei Spielen ist noch alles möglich. Immerhin gilt es sich für das Pokalendspiel am 10.06.2007 einzuspielen und mit dieser klasse Leistung vom Sonntag ist ein erster Schritt auch in Richtung Pokal gemacht worden.

 

 

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