SV Johannstadt 90 - TKV Flöha 5:3 (1:2)

10-06-2007

Dramatik pur im Landespokal-Finale

Spielszene Pokalendspiel 2007

Es ist der 10.06.2007 gegen 18.45 Uhr. Als Schiedsrichterin Christine Weigelt das Endspiel um den Landespokal abpfeift lösen sich sämtliche Anspannungen bei den Johannstädterinnen und der größte Erfolg der Saison oder gar der Vereinsgeschichte wurde perfekt gemacht. Nur zehn Minuten früher hätte wohl niemand mehr bei einem Stand von 1:3 auf einen Sieg der Dresdnerinnen gewettet. Aber der Reihe nach.

 

Für viele waren schon vor Beginn des Spiels die Kräfteverhältnisse geklärt. Johannstadt als Vizemeister und dazu noch beide Punktspiele gewonnen - da konnte man von einer Favoritenrolle schon sprechen. Aber der Beginn der Partie ließ wieder den Spruch "Der Pokal hat seine eigenen Gesetze" völlig zum tragen kommen. Zwar hatten die Dresdnerinnen in der 10. Minute die erste Chance in dem Spiel (Claudia Taubert verzog "leicht" aus 14 Metern), doch schon im Gegenzug nutzte Flöha seine erste Chance nach einer Standardsituation zum 1:0. Dabei sah die gesamte Abwehr nicht gerade gut aus. Erst das etwas unglückliche Foulspiel auf rechts und zu allem Überfluss ließ man dann auch noch die Torschützin ungehindert in der Mitte beim Freistoß aggieren. In der Folge waren zwar die Bemühungen um den Ausgleich sichtbar, doch die Nervosität saß den Spielerinnen regelrecht in den Knochen. Anica Lindner traf nur den Pfosten (13.), Doreen Göhler verpasste denkbar knapp (15.) und das Spiel war weiterhin geprägt von vielen individuellen Fehlern und mangelndem Kombinationsfussball. Und mitten hinein dann noch in der 24. Minute das 0:2. Wieder ein Freistoss. Dieses mal schlug es direkt aus gut 23 Metern im Gehäuse von Marlen Ebert ein. Zu diesem Zeitpunkt zwar überraschend, aber bei dem Einsatz von Flöha nicht einmal unverdient. Und Johannstadt haderte weiter mit dem Auslassen von Chancen. Nach 37 Minuten war es dann endlich so weit. Die bis dahin wohl erst dritte Kombination im Spiel brachte den ersehnten Anschlusstreffer. Peggy Heilmann passte auf die gestartete Anica Lindner. Es waren noch zwanzig Meter bis zum Tor. Leider viel Zeit zum überlegen, aber am Ende prallte der Ball vom Innenpfosten ins Tor. Da war das Glück des Tüchtigen wieder da. Nun wollte Johannstadt noch unbedingt den Ausgleich vor der Pause. In der 44. Minute hatte Peggy Heilmann die Riesenmöglichkeit dazu. Da hatte sie schon die Torfrau umspielt, aber anstatt gleich den Ball zu versenken legte sie sich ihn noch mal vor - und vorbei war die Chance. Schnell war die Torhüterin wieder aufgestanden und hatte ihr den Ball quasi vom Fuß genommen.

 

Nun hoffte man auf die konditionellen Vorteile in Hälfte Zwei, denn schon zum Schluß der ersten Halbzeit zeigten einige Flöhaer Spielerinnen Schwächen. Aber erst einmal kam Flöha in der 48. Minute wieder zu einem Freistoß. Und es begann das alte Lied in diesem Spiel. Freistoß - Tor 1:3. Erneut ein direkt verwandelter Freistoß. Es war zum Haareraufen. Mit zunehmender Spieldauer setzten sich die Dresdnerinnen dann in der Hälfte von Flöha regelrecht fest. Immer häufiger wurde der Ball über die Flügel gespielt und so zwang man die Abwehr zu viel Laufarbeit. Dem Tempo musste Flöha nun Tribut zahlen. Eine Ecke folgte der anderen. Und wer so viele Ecken hat, darf dann ruhig auch mal eine verwerten. Doreen Gloge nutzte ihre Chance in der 80. Minute nach einer Ecke und traf ins kurze Eck. Der Knackpunkt im Spiel. Nur zwei Minuten später markierte Anica Lindner mit einem Freistoß den Ausgleich. Acht Minuten bis zur Verlängerung. Das wollte Johannstadt nicht und spielte weiter auf Sieg. Angetrieben von den 50 mitgereisten Fans stürmten sie weiter. Maria Kleinfeld brachte die Erlösung für das Team und vor allem für die doch ziemlich mitgenommen Fans in der 88. Minute. Als Peggy Heilmann eine Hereingabe knapp verpasste stand Maria am langen Pfosten und nutzte die ihr gegebene Chance. Das Anica Lindner ihren dritten Treffer in der 90. Minute noch erzielte ging in dem noch vorhandenen Jubel fast unter. Das solide aggierende Schiedsrichtergespann pfiff gar nicht mehr an sondern gleich ab. Es war 18.45 Uhr am 10.06.2007 und Johannstadt siegte in einem an Dramatik nicht zu überbietenden Spiel mit 5:3.

 

 

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