SV Johannstadt 90 - Hoyerswerdaer SV 2:0

03-10-2010

Der erste Heimdreier der Saison

Nach dem Spiel herrschte zwischen den Trainern beider Teams wohl die unterschiedlichste Meinung zu einer Partie die man dazu hören konnte. Die einen verloren trotz Dominanz, die anderen weil sie am Ende die etwas besseren waren. Und was stimmt nun?

 

Beide Teams mit unterschiedlichen Spielveranlagungen. Johannstadt bemühte sich um einen ruhigen Spielaufbau mit Kombinationen von hinten heraus, Hoyerswerda mit den altbekannten und soliden langen Bällen. Und eben so ein langer Ball brachte gleich zu Beginn der Partie den ersten Schreck mit sich. Die Abwehr hier wohl noch nicht ganz darauf eingestellt, unterschätzte diesen Ball. Nur durch ein Foul nach der Mittellinie konnte der Durchbruch der schnellen Stürmerin verhindert werden. Zwar traf Stefanie Linke den Ball, aber auch die Beine der Spielerin. Zurecht gab es dafür Gelb, auch wenn leise nach Rot gerufen wurde. Quasi im Gegenzug die erste von einer Reihe guter Möglichkeiten im Spiel für Johannstadt. Claudia Taubert startete in die Tiefe und wurde von Anne Waldhauer so gut angespielt, dass sie freistehend aus 12 Metern abziehen konnte. Leider verzog Claudi ihren Schuss knapp am linken Pfosten vorbei. Das war der Auftakt des Spieles. Danach plätscherte das Spiel für eine Viertelstunde so dahin. Die Abwehr stellte sich nun besser auf die langen Bälle ein und wenn einer durchkam konnte die mitspielende Torfrau Antje Scholz den Ball ruhig "wegpflücken". Dann wieder Hoyerswerda mit dem langen Ball auf rechts. Die Stürmerin konnte sich dort von der Mittlellinie an bis zur Grundlinie durchtanken und die Flanke hereinbringen. Zum Glück ging der Ball an Freund und Feind im 5er vorbei. Aber es war ein kleiner Wacheffekt. Nach dem viele Fehlpässe zuvor das Aufbauspiel störten, kniffen alle die Backen zusammen und kämpften sich zu etwas mehr Sicherheit wieder zurück. Und siehe da - es geht doch! Durch das schnelle und genauere Passspiel kamen zwangsläufig auch wieder die Räume für Chancen. So kam in der 26 Minute erneut Claudia Taubert zu einer guten Möglichkeit. Nur irgendwie justierte sie ihren Fuß heute nicht richtig, wobei diese Direktabnahme schon nicht einfach war. Aber fast identisch zu der Chance gleich zu Beginn des Spieles jagte der Ball wieder knapp am linken Pfosten vorbei. Nur zwei Minuten später der Riese von Mandy Bogott. Anica Lindner flankte von Links so genau auf Mandy, dass diese einen optimalen Schuss ansetzen konnte. Mit einer Glanzparade verhinderte die Torfrau den Führungstreffer und den perfekten Abschluss einer gut vorgetragenen Kombination aus dem Mittelfeld heraus. Dann die 37. Minute. Anica Lindner, mal wieder durch eine schöne Kombination freigespielt, konnte in den 16er eindringen und zum Schuss kommen. Die heraneilende Spielerin von Hoyerswerda blockte aus Nahdistanz den Ball. Ein Pfiff ertönte und der Schiedsrichter entschied auf Handelfmeter. Ob natürliche oder unnatürliche Bewegung der Hand mag man von Schreiberlingerseite aus hier nicht beurteilen wollen und können. Aber auch der Linienrichter hob bei der Aktion sogleich die Fahne und Anica Lindner selbst verwandelte sicher. Bis zur Pause passierte nicht mehr viel. Keines der beiden Teams konnte bis dahin dem Spiel so einen Stempel aufdrücken das man geneigt sein konnte hier von Dominanz zu reden.

Das Spiel nach der Pause schleppte sich so dahin. Nach 15 Minuten mussten die Johannstädterinnen Solange Fotso verletzungsbedingt vom Platz nehmen. Für sie kam Lucie Müller, eigentlich Abwehrspielerin. Aber aus der Not eine Tugend machen und gut. Nach der Einwechslung auch die erste nennenswerte Chance im Spiel. Dieses Mal für Johannstadt. Claudia Töpfer konnte leider den Ball nicht aus 5 Metern im Tor unterbringen. Aber ihre 6 Wochen Spielpause können das entschuldigen. Nicht mehr allzu viel bekam Antje Scholz zu tun. Hoyerswerda konterte nur noch, blieb aber mehr und mehr kurz nach der Mittellinie hängen. Noch 15 Minuten zu spielen und es sollte dann doch noch ein Tor fallen. Anne Waldhauer ergatterte sich im Mittelfeld den Ball, schaute kurz und fand die Torhüterin ziehmlich weit vor ihrem Gehäuse. Linke Klebe genommen und ab ins Glück. Nun kann Schreiberling leider nicht mehr viel zu den letzten 14 Minuten schreiben. Nur soviel - Hoyerswerda nun in Unterzahl und klar unter Druck. Alle bis auf Antje Scholz befanden sich in der gegnerischen Hälfte. Und genau das war auch das Übel warum die Überzahl nicht gut ausgespielt werden konnte. Alles schaltete sich mit ein ohne aber auf die Räume zu achten. Und so blieb es am Ende beim verdienten Sieg. Ein höherer Sieg wäre zwar gerade zum Ende hin machbar gewesen aber dann doch nicht gerecht wenn man den gesamten Spielverlauf betrachtet.

Nehmen wir mal die Brille ab: Auch wenn das Team heute siegte - es ist noch ein Stück Arbeit bis zu dem was es eigentlich kann. Gerade im Kopf sollte sich der Sieg verankern und Selbstvertrauen geben.

 

Aufstellung:

Antje Scholz - Aline Graubner, Stefanie Linke, Veronika Neumann, Aline Haufe - Claudia Töpfer, Claudia Taubert, Mandy Bogott (78'), Solange Fotso (60' Lucie Müller) - Anica Lindner, Anne Waldhauer

 

Torfolge:

1:0 38' Anica Lindner (Handelfmeter)

2:0 75' Anne Waldhauer

 

 

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