SV Johannstadt 90 - Leipziger FC 07 1:2 (0:0)

01-06-2009

Herzschlagfinale in den letzten Sekunden entschieden

Zum dritten Mal in Folge stand Johannstadt im Endspiel um den Pokal des SFV. Zweimal konnten dabei die Käthen vom Kollwitzufer bereits den Pott holen. Und in diesem Jahr? Da sollte die Überraschung her. Immerhin kam mit dem Leipziger FC der Vizemeister der Regionalliga Nordost ins Stadion nach Freital. An dieser Stelle erst einmal einen herzlichsten Dank an die Organisatoren von Motor Freital für die gute Unterstützung der Mannschaften!

Beide Teams begannen erst einmal das Spiel verhalten und tasteten sich sachte ab. Nach gut zehn Minuten war es dann aber vorbei. Leipzig agierte mit schnellen Seitenwechseln, scheiterte aber immer wieder an den konsequent arbeitenden Abwehrspielerinnen. Johannstadt hingegen lauerte auf Kontermöglichkeiten, nutzte aber hin und wieder die leichten Vorteile im zentralen Mittefeld aus, um mit direktem Spiel die Stürmer in Szene zu setzen und so die Abwehr des LFC in Not zu bringen. Zu erst tanzte Franziska Schlien mit einem Solo über 20 Metern die Abwehr aus, konnte sich in den Strafraum absetzen und scheiterte letztendlich aus spitzem Winkel an der Torfrau. Auf der anderen Seite sorgte ein Grundliniendurchbruch für ernste Gefahr. Den Rückpass jedoch setzte der LFC in die Wolken. Kurz vor der Pause dann wohl die dickste Chance bis dato in diesem Spiel. Und die hatte Johannstadt. Nach gutem Zusammenspiel zwischen Mittelfeld und Sturm war Anica Lindner völlig frei gespielt worden. Lag es daran, dass der Weg zum Erfolg noch gut zehn Meter weit war? Viel Zeit zum überlegen wohin den der Ball geschoben wird - zu viel Zeit! Die sonst in solchen Dingen sichere Anica Lindner schob den Ball genau in die Arme der Torfrau. Glück für Leipzig. Torlos ging es in die Halbzeitpause.

Es sollte in Hälfte zwei ein echter Pokalkrimi werden. Leipzig versuchte den Druck zu erhöhen. Über Standards wurde Leipzig immer gefährlicher. Zuerst scheiterte Anja Pioch noch per Kopf ganz knapp nach einer Ecke, beim zweiten Versuch in der 65. Minute jedoch landete dann der Kopfball im Tor. Und Johannstadt machte dann das, was sie im Pokal so auszeichnet. Laufen, kämpfen und spielerisch gegen eine drohende Niederlage sich stemmen. Und da war es auch jeder Spielerin egal, wer an diesem Tag der Gegner eigentlich war. Oft versuchte Johannstadt nun in Folge die 4er Abwehrkette mit Diagonalbällen auszuhebeln - hin und wieder zu Unrecht einer Abseitspositon verdächtigt, kam eben ein solcher durch Eva Hempel geschlagener Ball auf Anne Waldhauer an. Beine in die Hand genommen, Abwehrspielerin abgeschüttelt und die völlig frei stehende mitgelaufene Claudia Töpfer bedient. Die wiederum hatte kein Problem das leere Tor zu treffen. 1:1 in der 85. Minute. Völlig verdient. Und wie so oft wollten alle mehr. Nicht zu verdenken, denn einen Klassenunterschied sah man nun wirklich nicht in diesem Spiel. Und hatten die Johannstädterinnen in den beiden letzten Finals noch das Glück gepachtet, war es an diesem Tag nicht da. In der 89. Minute war es einer der vielen Distanzschüsse von Leipzig, der am Ende die Niederlage besiegelte.

Muss man nun deswegen traurig sein? Nein. Alle Spielerinnen gaben das Beste und überzeugten die Fans vom unbedingten Willen. Und eines sollten wir alle nicht vergessen, es war das 31. Pflichtspiel für die Käthen vom Kollwitzufer in diesem Spieljahr! Eine solch lange Saison gab es noch nie. Respekt und Anerkennung für diese Energieleistung. 

 

Aufstellung 

Tor

Antje Scholz 

 

Abwehr

Eva Hempel, Doreen Gloge, Veronika Neumann, Maria Kleinfeld (75' Lucie Müller) 

 

Mittelfeld

Claudia Töpfer, Franziska Schlien, Christiane Zippack, Peggy Heilmann 

 

Angriff

Anne Waldhauer, Anica Lindner


Bank

Lucie Müller, Susi Moch, Luisa Petermann 

 

Spielerinnen, welche leider am Finale nicht teilnehmen konnten, jedoch an der Finalteilnahme maßgeblich beteiligt waren:

Jana Parma, Mandy Bogott, Claudia Taubert, Marie Walther und Maria Milkau 

 

Torfolge:

0:1 65' Anja Pioch

1:1 85' Claudia Töpfer

1:2 89' Jasmin Berger

 

 

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